Donnerstag, 4. August 2011

Egal kommt von Egalität

Gleich kommt von Gleichheit. Nur wird das Wort gleich, also egal, heute nicht mehr in dem Kontext verwendet, durch den es so berühmt wurde. Haben doch einst die stolzen Jakobiner es ins Leben gerufen, als es noch um den Kampf um Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ging.
Seitdem hat man da im Sprachgebrauch egal = gleich abgeleitet. Ja gut, ist freilich meine ganz eigene These der linguistischen Entwicklung dieses kleinen und niedlichen Wörtchens "egal". Wie es wirklich gewesen ist, weiß ich nicht, aber bestimmt anders.

Aber zurück zu meiner Illusion über die Entwicklung dieses Wortes: heutzutage sagt man schnell: "mir egal" weil es einem einfach gleich ist, was, wo, wie und wieso passiert. Aber da stellt man sich schon die Frage, warum eigentlich Alles so egal ist oder sein soll. Oder weiß jemand von euch was eure Nachbarn in eurem Haus beruflich machen oder ob der alte Herr aus dem 5. Stock so lang nicht mehr gesehen wurde, weil er bereits verstorben ist? Mir doch egal! Was geht es mich an?

Gut, bei entfernten Beziehungen mag das vielleicht noch verständlich und eingängig sein, schlimmer ist es wenn das Personen sagen, die einem eigentlich wichtig sein sollten oder zumindest denen ich wichtig sein sollte. Und wenn dann jemand zu dir sagt, bei einer wichtigen Sache, die dich beschäftigt und alles was du hörst ist: mir doch egal! Ja richtig, dann bist du mir eben auch egal...

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